... in der Schule hatte er nichts gelernt?

 

                          ... also arbeitete mal dieses mal jenes?

 

 

Was für eine Biografie!? Kein jugendlicher Geniestart, kein Akademiebesuch, kein berühmter Lehrer… 

Und das will ein Künstler sein? Will er ja gar nicht. Das ist Jürgen Frankenhauser-Erlitz. Kein Mann der Worte, sondern der Bilder, genauer gesagt: der Bilder über Worte.

 

Aus diesem Grund schreibt hier jemand über ihn, nicht er selbst. Denn: Wenn Jürgen Frankenhauser-Erlitz ein Mann der Worte wäre, würde er nicht malen müssen. So einfach ist das.

 

Künstler wäre für ihn ein Kompliment, aber dieses Etikett füllt er nicht aus, wie er meint. Mit der für ihn typischen Bescheidenheit liefert er bereits einen ersten Vorgeschmack darauf, wie genau er es mit Wörtlichem nimmt. Und darin zeigt sich eine lustvolle Parallele zu Till Eulenspiegels Schelmenstückchen:

 

„In der Schule hatte er nichts gelernt, also arbeitete er mal dieses mal jenes.“ Das ist ein Schlüsselsatz, der Jürgen Frankenhauser-Erlitz von den Geschichten über Till Eulenspiegel in Erinnerung geblieben ist. Als Kind hat er sie gelesen und heute erkennt er: „das beschreibt mich“. War Till Eulenspiegel ein Vorbild? Hat er ihn gar geprägt? Die lückenlose Wortwörtlichkeit seiner Bilder lassen kaum einen anderen Schluss zu.

 

Ein Künstler also ist er nicht. Ist er ein Narr? Natürlich ist er das. Denn wer ist so ein Depp, dass er sich mit der Gesellschaft anlegt, indem er ihr immer und immer wieder den Spiegel vorhält? Na ein Narr eben! Aber zu glauben, er mache das, weil er provozieren will, der irrt! Nein, er nimmt nur alles wörtlich und darum drehen sich seine Gedanken. Die Auseinandersetzung mit dem Wörtlichen ist für ihn aber nur ein Vehikel beim Ringen um Wahrheit: „Ich bin ein Suchender“.

 

Wer sucht hat noch nicht gefunden - bleibt also in Bewegung, was, wie wir alle wissen, ziemlich gesund ist. Sie werden also hier auch keine Antworten finden. Und eine Biografie bekommen sie auch nicht. Machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken. Sie dürfen das.

 

 

Jürgen Frankenhauser-Erlitz [-cartcount]